Wenn man wieder reisen darf! Bodenseegärten in vier Ländern entdecken Baden-Württemberg Landesgartenschau
Foto: Landesgartenschau Überlingen/GPP. - Die baden-württembergische Landesgartenschau zeigt vom 9. April bis zum 17. Oktober 2021 in Überlingen, wie Gärten heute neu und kreativ interpretiert werden. Beispielhaft sind die Schwimmenden Gärten.
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Wenn man wieder reisen darf! Bodenseegärten in vier Ländern entdecken

Die Gärten und Parks rund um den Bodensee sind für viele Liebhaber der Region echte Sehnsuchtsorte. Mal verstecken sich die grünen Oasen hinter Zäunen oder Mauern, ein anderes Mal sind es offene Gärten, die mit der umgebenden Seelandschaft verschmelzen und den Blick weit über ihre Grenzen hinaus wandern lassen.

Seit acht Jahren steht das internationale Netzwerk „Bodenseegärten“ für die Gartenschätze der Urlaubsregion und lädt zu Erkundungstouren durch insgesamt 40 Parks und Gärten in vier Ländern ein. Die Besucher werden dabei zu Zeitreisenden: Von der Steinzeit über das Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert und schließlich in die Gegenwart bewegen sie sich von Epoche zu Epoche und erfahren Gartenbaugeschichte hautnah.

Der internationale Verbund wächst immer weiter und verzeichnet für 2021 acht Neuzugänge. Darunter das Ernährungsfeld in Vaduz und der Kräutergarten Mauren, mit diesen zwei Gärten ist das Netzwerk nun in der gesamten Vierländerregion vertreten ist. Neumitglieder auf der Schweizer Seite sind der Gartenpfad Osterfingen in Schaffhausen und die drei grünen Perlen aus dem Appenzell, das Hotel Hof Weissbad, das Kräuterhaus Appenzell und der Biogarten „Kräuter Schopf“. Auf deutscher Uferseite ergänzen die Uferpromenade Langenargen und die Staudengärtnerei Gaißmayer in Illertissen ab 2021 den grünen Verbund.

Neues Jahresmotto: „Gartenjahr am Bodensee 2021″

Gleich zwei Gartenschauen machen den Bodensee im Jahr 2021 zu einem sehr wichtigen Reiseziel für Gartenfans. Der internationale Verbund ruft daher passenderweise das „Gartenjahr Bodensee 2021″ aus. Die baden-württembergische Landesgartenschau zeigt vom 9. April bis zum 17. Oktober 2021 in Überlingen, wie Gärten heute neu und kreativ interpretiert werden. Beispielhaft sind die Schwimmenden Gärten. Lindau lockt mit der Bayerischen Landesgartenschau vom 20. Mai bis zum 26. September zu Gartenerlebnissen zwischen See und Bergen. Die Hintere Insel wird zu einem grünen Gartenstrand und auf dem Festland flanieren Besucher entlang der sechs Kilometer langen „Bayerischen Riviera“ mit ihren malerischen Parks und Villen.

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Foto: Wolfgang Schneider/GPP. – Lindau lockt mit der Bayerischen Landesgartenschau vom 20. Mai bis zum 26. September 2021 zu Gartenerlebnissen zwischen See und Bergen.

Ein Sprung in die grüne Geschichte der Seeregion

Die Gartenbaugeschichte ist in langer Tradition an die Bodenseeregion geknüpft. Per Schiff, Bus und Bahn geht es ganz einfach in die Steinzeit. Oder doch lieber in die Antike oder das Mittelalter? Die Distanzen sind klein, die Zeitsprünge groß – Besucher bewegen sich auf ihren Erkundungen von Garten zu Garten durch vergangene Epochen bis in die Gegenwart hinein. Sogar der erste Gartenratgeber Europas kommt aus der Bodenseeregion, um genauer zu sein: Von der Insel Reichenau.

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Insel Reichenau Foto: Helmut Scham/GPP. – Die Insel Reichenau kann man einfach und bequem mit dem Rad, zu Fuß oder dem Bus erreichen.

Knapp 1.200 Jahre ist es her, als der Reichenauer Mönch Walahfrid Strabo mit seinem Büchlein „Hortulus – Über die Pflege von Gärten“ die Insel zum Geburtsort der abendländischen Gartenbaukultur machte. Seine 24 Verse über Heilpflanzen und deren Anwendung haben die kleine Insel maßgeblich geprägt. Ein nach dem Vorbild des Hortulus angelegter Kräutergarten erinnert auch heute noch an das historische Werk. Zahlreiche Gewächshäuser, Rebhänge und natürlich die drei bedeutenden Weltkulturerbe-Kirchen machen die Gemüseinsel zu einem Paradies für alle passionierten Gärtner und Gartenliebhaber. Dabei ist die Insel einfach und bequem mit dem Rad, zu Fuß oder dem Bus zu erreichen.

Ein Bad in der Natur – zwischen Blütenzauber und imposanten Bäumen

In blumigen Duftwelten schwelgen Besucher auf der wohl bekanntesten Blumeninsel der Welt, der Insel Mainau. Auf 45 Hektar erschuf die Familie Bernadotte ein buntes Paradies. Tulpen, Rhododendren, Rosen und Dahlien sind hier saisonal zu bestaunen, die imposanten Mammutbäume aus dem über 150 Jahre alten Arboretum das ganze Jahr. Im schweizerischen Kanton Thurgau blühen Felder und Wiesen um die Wette: Von Rebhängen und Streuobstwiesen bis hin zu liebevoll gepflegten Gärten.

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Kartause Ittingen – Foto: Bodenseegärten/GPP. – Im Thurgau befindet sich die größte Sammlung historischer Rosensorten der Schweiz: in der Kartause Ittingen.

Ein wahrhaft königliches Beispiel für die Vielfalt des „Gartenkantons Thurgau“ ist die Rosenstadt Bischofszell. Das malerische Städtchen huldigt der Königin der Blumen, der Rose, mit zahlreichen prächtigen Rosengärten, die öffentlich zugänglich sind. Ebenfalls im Thurgau befindet sich die größte Sammlung historischer Rosensorten der Schweiz – in der Kartause Ittingen. Nebst mehr als 1.000 Rosenstöcken lädt die Gartenanlage des ehemaligen Kartäuserklosters mit Kräuter-, Gemüse-, Hopfen- und Weingärten zum Schnuppern und Lustwandeln ein.

Eine stimmungsvolle Verbindung von Natur und Kunst zeigt der Skulpturengarten Forum Würth in Rorschach. Vom Inneren des Würth Hauses folgen Besucher den Exponaten hinaus zum weitläufigen Skulpturengarten, direkt am Bodensee. Auf deutscher Seeseite erwandern Besucher auf dem Überlinger Gartenkulturpfad die schönsten grünen Oasen der Stadt, wie etwa den Stadtgarten mit seinen exotischen Pflanzen und prächtigen Bäumen. Die österreichischen Nachbarn begeistern mit den Bregenzer Seeanlagen Einheimische und Gäste gleichermaßen.

Wirksam und wohltuend: Die heilende Kraft der Kräuter

Dass Pflanzen nicht nur schön sind, sondern auch gesundheitsfördernd sein können, zeigt das Erlebniszentrum für Naturheilkunde, die A.Vogel Heilpflanzenwelt im Schweizerischen Roggwil. Benannt nach dem Pflanzenheilkunde-Pionier Alfred Vogel liegt der Fokus auf der Wirksamkeit des Roten Sonnenhuts, auch Echinacea purpurea genannt. Nicht weit entfernt befindet sich der öffentliche Arzneipflanzengarten der VitaPlant AG. Info-Tafeln führen die Besucher von Pflanze zu Pflanze und klären auf über Inhaltsstoffe und Wirksamkeit. Der archäobotanische Museumsgarten in Frauenfeld hat sich auf das Anpflanzen fast vergessener Gemüse- und Ölpflanzen, wie auch auf historische Getreidesorten spezialisiert.

Herrschaftliche Schloss- und Parkanlagen auf deutscher und Schweizer Uferseite

Die Bodenseelandschaft bietet grenzübergreifend ein Füllhorn prächtiger Schloss- und Parkanlagen, wie beispielsweise in Überlingen: Von der rund 70 Hektar großen Grünanlage des Parkhotels St. Leonhard genießen Besucher weite Blicke auf den Bodensee.

Wenn man wieder reisen darf! Bodenseegärten in vier Ländern entdecken
Foto: Landesgartenschau Überlingen/GPP. – Die baden-württembergische Landesgartenschau zeigt vom 9. April bis zum 17. Oktober 2021 in Überlingen, wie Gärten heute neu und kreativ interpretiert werden. Beispielhaft sind die Schwimmenden Gärten.

Ein ebenfalls beeindruckendes Bodenseepanorama bietet sich vom barocken Garten des Neuen Schlosses Meersburg. Klein und bezaubernd ist das Fürstenhäusle in Meersburg. Hoch droben, inmitten von Weinreben, schweift der Blick über den schier endlosen Bodensee. Die Dichterin Annette von Droste-Hülshoff war von diesem Anblick so verzückt, dass sie sich dort mit dem Fürstenhäusle kurzerhand eine kleine Residenz einrichtete.

Nur wenige Kilometer entfernt befindet sich das ehemalige Zisterzienserkloster und heutige Schloss Salem. Seine prächtigen geometrisch angelegten Beete und Labyrinthe laden zum Flanieren ein. Auf der Schweizer Seeseite begeistert das Schloss Wartegg in Rorschacherberg mit seiner Englischen Parkanlage und einem biologisch-dynamischen Schlossgemüsegarten.

Hoch über dem Untersee thront das vielleicht schönste Schloss der Bodenseeregion – das Schlossgut Arenenberg in Salenstein. Gartenfans springen in der Arenenberger Gartenwelt durch die Zeit: Vom mittelalterlichen Patriziergarten hin zum Englischen Landschaftspark mit Elementen aus Barock und Renaissance. In die Moderne führen die Felder und Gärten – dort wird nachhaltiger Kräuter- und Gemüseanbau gelehrt.

Einen erlebnis- und aussichtsreichen Spaziergang direkt am Schweizer Seeufer bietet der Seeburgpark Kreuzlingen. Nebst einer Partie Minigolf können Heil- und Gewürzgärten erkundet werden. Auf dem Spielplatz toben sich die Kinder aus oder streicheln Esel, Kaninchen und Co. im Tierpark.

Einfach ausgezeichnet – prämierte Gärten und Leistungen

Besonders nachhaltige Gärten, Parks und herausragende Initiativen oder Persönlichkeiten rund um das Thema Gärten werden von dem Verbund für Ihre Leistungen ausgezeichnet. Seit rund sechs Jahren verleiht das Netzwerk die „Natur im Garten“-Plakette an naturnahe Gärten, die ohne Gifte, Kunstdünger oder Torf auskommen. Eigene „Natur im Garten“-Botschafter der Bodenseegärten stehen Interessierten bei Fragen zur Verfügung.

Seit 2017 verleiht der Verbund außerdem jährlich den Bodenseegärten Preis in zwei Kategorien: Die erste Kategorie ehrt historische oder zeitgenössische Parks und Gärten, wobei die zweite Auszeichnung besondere Leistungen, Initiativen oder Persönlichkeiten rund um das Thema umweltbewusstes Gärtnern anerkennt. Seit 2018 vergeben die Bodenseegärten zusätzlich einen Medienpreis in den Kategorien Film/Online und Print. Er würdigt herausragenden Journalismus über die Gärten am Bodensee.

Acht neue Gärten in 2021

Der Verbindung von Ernährung und Gärten widmet sich das Ernährungsfeld in Vaduz. Besondere Kulturpflanzen wie Reis, Soja und Buchweizen werden hier angebaut. Der Kräutergarten Mauren zeigt die Kräuterkompetenz im Ländle. Mit diesen beiden Neuzugängen aus Liechtenstein vereint das internationale Netzwerk nun Gärten aus der gesamten Vierländerregion.

Der Gartenpfad Osterfingen führt zu liebevoll gepflegten Schaffhauser Bauerngärten. In Appenzell dreht sich alles um die Welt der Kräuter: Im Kräutergarten des Hotel Hof Weissbad tauchen Besucher in Duftwelten ein und entdecken neben Klassikern wie Lavendel auch seltene Heilkräuter. Der Appenzeller „Kräuter Schopf“ begeistert mit einem großen Garten voller Bio-Kräuter und das Kräuterhaus Appenzell lädt zum Verweilen und Entdecken in schönem Ambiente ein.

Auf einer der schönsten und längsten Uferpromenaden spazieren Besucher in Langenargen. Prächtige Blumenanlagen und Seepanorama laden zum Lustwandeln ein. Der großzügige Schaugarten der Staudengärtnerei Gaißmayer in Illertissen beeindruckt mit weit über 2.500 verschiedenen Pflanzenarten. Wer auf der Suche nach kreativen Ansätzen für den eigenen Garten ist, der wird auf dem Weg an den Bodensee im angrenzenden Museum der Gartenkultur fündig.

Informationen zu allen Angeboten finden sich auf der Website www.bodenseegaerten.eu und unter www.gartenjahr2021.eu

Quelle: GPP

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